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Der Theolog
 
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Es war im Jahre 2... als ich mein Studium antreten musste, denn ich hatte mich für synchronizistische Theologie am Lehrstuhl für freie Auditorien eingeschrieben. Ich war auf der Suche nach meiner Klasse. Nach einiger Zeit fand ich den Lesungsraum. Einer der letzten war ich, die Platz nahmen. Der Raum war düster, denn es war bereits launischer Herbst; die Stimmung hatte schon umgeschlagen, und die Blätter verbrannten an den Bäumen. Die Tage wurden kürzer.

Hier drin war es voller Gemurmel und Geschwätz. Viele Stimmen durcheinander. Ich setzte mich etwas abseits, um für mich zu bleiben. Der Theologe stand an seinem Lesepult, die Hände umfassten ausladend den Katheder.

Als er zur Rede anhob, verstummte das Rauschen der Stimmen im Raum.

"Verlasset euer Gewöhnliches und gelanget zu etwas Absonderlichem. Samtschwarz und sonderbar nach Wesen. Der Kerker der bunten Bälle in schwarzer Leere. Da soll noch einer leugnen. Man stelle sich vor und der Atheist verschwindet. Der ewige Anachronist.

Der Schauer vor dem Kerker zeigt die Tendenz. Eben wie es ist um einen, und den Willen an der Hand, wie es mit ihm weitergeht. Der Schauer vor dem Kerker legt den Willen des Schauernden offen. Die äußeren Gewänder, hinter denen sich Geist birgt, versteckt wie die Kerne einer Frucht. Das Fleisch ist der Antrieb, der einen Trieb sein und als Treibgut in der Welt läßt.

Belädt man sich und kehrt ab von der Welt, als sie scheint, aber so nicht ist, wird in dieser Abkehr das Denken lauter und all die Stimmen melden sich, die lang ungehört vom Lärm der äußren Dinge überschrien wurden und nun immer lauter rufen, flüstern, sagen, melden, lärmen, poltern, brüllen, an- und klagen und Abzug verlangen von allem Schein. Einzig nach sich zu wollen sie einen ausrichten, denn sie sind zunächst das Nächste und einem näher als der Nächste. Sie eigentlich sind es, wenn das Ich einem Nächsten begegnet und mit diesem umgeht, denn das Ich sind die Stimmen der Vielen. Das Ich als Selbst ist nicht. Es wird nur aufgerufen durch den Lärm ihres Gesamt.

Mit den Stimmen werden die Tiefen des Ich laut und erden an das Dunkle, das zu Licht gerufen wird. Und die Vielen beginnen sich zu merken und üben Gelegenheit aus, zum Licht zu drängen.

Die Stimmen melden sich: der Treuherzige, der Verliebte, der Eifersüchtige, der Aristokrat, der Entbehrer, der Zertrümmerer, der Zertrümmerte, der Asket, der im Rausche, und der, der die Vielen anhält, sind nur Ausflüsse des Einen, das im Traum als Liebstes erscheint und der Grund ist, darauf die Welt steht.“

Während der Theologe sprach, sah ich mich um. Da waren Glotzäugige, die ihm an den Lippen klebten mit ihren naiven Augen, die Weizen alswie Spreu aufnehmen, das um sie herum gestreut wird. Achtlos bedächtige Wesen. Aus ihnen werden gute achtlos bedächtige Theologen, die mit Worten um sich wüten, wie ein Sturmwind an einem Sandstrand. Sie sind die geborene Nachkommenschaft der ungefragten Antworter.

"Sie alle lassen einen zu sich selbst sehen, hinab zu ihrem dunklen Grund, der zum Höchsten soll. Merkt es, was hier vorgetragen, an dem, wie es ist, nach dem Schlafe zu liegen und mit sich sprechen zu hören, mit den Vielen, die dann mehr und heftiger vordrängen, denn das Bewußtsein verliert sich und läßt Platz für sie. Durchfährt es euch da nicht mit Vergangenheit und Zukunft, mit gelehrten und pöbelnden Stimmen, mit ängstenden und erregenden, die euch den morgigen Tag nicht schon als den heutigen verkaufen wollen?

Im Schlafe aber wird es hell in einem und das Ich verliert sich im lärmiger werdenden Andrang der Stimmen der Vielen, als Traum. Der Wächter, der irdendgeinmal allein mit Allem sein wird, wacht noch über die Anwesenheit des Ich und schaut die Willen der Stimmen und verdichtet sie zu einem Traum. Dann drängt er sie zurück und behält den Teil ihres Durchlebens, der der Welt des Ich vertraut genug ist, um erinnert werden zu können, so dass das Ich sich als Weisung davon nehme, wenn es wieder zu sich kommt.

Die Seel ist winzig und brennt scharf. Sie leuchtet durch das Fleische dessen, der sie trägt und ist als brennender Stern gesehen auf der Stirn eines jeden. Sitzt und bekommt die Augen dafür. Das empirische Licht leuchtet euch aus, nachdem ihr euch daran verbrannt habt. Denn der kleine Lebensweg dient dazu, sich zu verbrennen und den großen Lebensweg zu finden. Die Angst wird euch schon ausgebrannt und der Wille zur Macht wird euch aus dem Kopfe gezogen, als wie ein später Zahn aus einem Kiefer. Ist er draußen, seid ihr das Freie, als vollkommenes Neutrum, nicht Wer noch Wohin und wißt nun alles begreifend aus und ein in der Welt.

Zur Freiheit seid ihr, nun freit es euch dorthin, indem ihr die Breite aller Möglichkeit durchmesst und anstoßet an den Polen zwischen denen ihr frequentiert und Leid und Glück seid und lernt, dass keines von beiden mehr ohne das andere zu sein ist. Aufsteigt und fallt ihr nach eurem Geschick und von Pol zu Pol willt es euch; und wisst dann plötzlich darum, weil jene beide vermittels eurer Erkenntnis sich einander anzunähern beginnen und jeweils eines vom anderen sind und nicht etwa jedes für sich, sondern eines vom anderen, und beide vom Einen, welche gemach zu dem Einen hin erkannt werden. Merkt an, dass Welt Werden heißt und auch entwickelndes Wachstum zur Erkenntnis des Einen. Darob ist jedwede Theologie, die sich kümmert, auf dem Wege der geworfenen Frequenz des Seins, hin zu seinem werdenden Stille-Sein, in der Mitte aller Umstände.

Euer kleiner Wille zum Abort. Damit schon alles getan, wird euer Selbst euch erhalten. Bis dahin wollt und tut ihr an!

Warum tut mir niemand etwas an? Euch allen habe ich doch etwas angetan! Gegen euch habe ich mich aufgebracht. Aus den Mundwinkeln sah ich zu euch. Doch nun ist es ruhig in mir. Weder erwarte ich euch, noch kommt ihr. So ist die rechte Haltung.

Es ist allein um mich, aber nicht einsam und so schaue ich mich nur um. Wenn der Traum auch Illusion ist. Der Träumende ist es nicht. Und der Träumende beobachtet allein den Traum, der ihn mit allem vereint, wenn er erst die Wirklichkeit der Welt als Taum erkannt hat.

Eure Betäubungen, die den Mühen und Plagen der kleinen Welt gelten, sind nicht zu halten. Sucht nach der großen, so dass endlich nach demjenigen gesucht wird, was man bei der betäubten Taubheit, die einem die Welt entschlüsselnd versperrte, dereinst gesucht hat.

Man muß tiefer suchen und das In-sich zum Außen machen, nach Draußen hin, doch nicht von sich weg, wenn man Blindheit von sich abnehmen will und stille nach der Welt zieht, so dass diese klarer wird und von sich zu sprechen beginnt, so, als sie wirklich ist und nicht Euch nur so lange getäuscht hat, weil sie Erscheinungen als sich zeigte. Man muß tiefer suchen.

Und seit jenes Morgens
der weißen Hälse vieler
stieg das Gebalg
entthront und sacht
sich zwängend und tretend
sich haltend und liebend
und fest an der Seite des Jeden
bis zur Vernunft

Desnächst verlangt euch mehr ab. Eine neue Welt will gemacht sein. Desrichtigenfalls wird es ihr besser ergehen als der letzten.

Und wünscht nur! Und all dies wird zum Wunsche des Werfens und euer Geworfensein verleiht der Welt das Gesicht des Werdens, wenn ihr so töricht seid und dann auch noch fest daran glaubt, dass alles das ist, als was es euren denkenden Augen erscheint. Erscheinung ist es doch nur ! Ich sage euch: Nichts von all dem ihr sehr, hört und wahrnehmt, hat wahrhaft ein eigenes Wesen und ist wahrhaft gesehn, gehört und wahrgenommen.

Ihr aber...wünscht nur! Und all dies wird zum Wunsche des Werfens und euer Geworfensein verleiht der Welt das Gesicht des Werdens, wenn ihr nur fest daran glaubt, dass alles so ist, als es euren denkenden Augen erscheint. Doch ich sage euch: Nichts von all dem ihr seht, ist wahrhaft gesehen.",

eine kleine Pause entstand und er blickte in die Runde des Raumes.

"Ihr also wollt ewig leben? Und habt dann Angst vor dem Tode, dem großen Zermalmer, der euch ja neuen Platz schafft, und der euch aber peinlich berührt, wenn er sich in euren Gedanken meldet, und so meidet ihr verschämt und mit vor Ehrfurcht langen Gesichtern von ihm zu reden, unwissend wie ihr seid? Ich aber sage euch: Die Geschlechter schmelzen zum Ewigen hin, je älter, desto mehr.

Die Zukunft noch nicht, die Vergangenheit nicht mehr und die Gegenwart im Augenblick des Jetzt, darinnen einzig Ruh ist.

Unkenntlich von Wandlung und Schmerz habt ihr eure Gestalt verloren und Gestaltungen angenommen, denen ihr mehr glaubt, da sie euch ihren Körper geliehen haben, denn an die Gestalt, die allen Gestaltungen zugrunde liegt und Grund überhaupt ist.

Dies nicht wissend, handelt ihr wandelnd von Gestaltung zu Gestaltung und erkennt euch selbst nicht mehr. Noch dasjenige eine und derjenige andere wollt ihr sein und zollt euch Selbst am wenigsten. Ihr findet so euch nie in euch. Und Gestaltung zerrinnt in eurer Zeit und ihr habt nimmer nicht, wonach ihr sucht. Was wollt ihr eigentlich? Ich aber sage euch: Alle Wesen sind herrlich zu sehen, aber schrecklich zu sein. So seid als Wesen nur euer stilles Wesen allein.

Das "Erkenne dich selbst", dessen Anwesen den tiefen Geist des Zutretenden, der das delphische Orakels aufsuchte, freundlich anklang und diesen Geist heilsam an den Grund seiner selbst sich erinnern machte, auf den Grund seiner Welt zu fahren, gemahnt der inneren Einkehr, um den Tode zu erkennen, als was er sich verbirgt.

Der Grund der Welt ist aber nichts andres, als man selbst, denn nur kann nach Wesensgrund gefragt werden dasjenige, mit dessen Wesen man am meisten angetraut ist, denn umso mehr hievon, desto tiefer gereicht man näher an den Weltgrund, wenn man nur allein dasjenige frägt, welches man so gut kennt, dass es am tiefsten in die Welt hineinzureichen weiß, so sie wesenhaft erkannt werden kann.

Und das ist der Träumende selbst. Also steht man zu jeder Zeit, in diesem Augenblick, am Rande des einzigen Grundes, der allein in die große Welt einzuführen weiß, und benimmt sich von diesem vergessnen Besitze doch nur noch am Rande des Sturzes in sie, eine, von Gedanken verzerrte, Ahnung von ihr, was diese wesenhaft sei.

Die kleine Welt weiß man. Die große Welt, die man ja bereits alles umgreifend ist, ist aber erst dann seiend zu begreifen, wenn man weiß, wer (überhaupt) man selbst ist. Deshalb sollt ihr euch zuerst selbst erkennen, um dann die große Welt wahrhaft zu kennen, als diese ist und nicht in euren kühnsten Gedanken ist sie so.

Die reine Vernunft, im Gegensatz zum Verstand, der nur den äußeren Schein der Dinge zu erkennen vermag, begreift nicht äußere dingliche Strukturen vermittels ihrer kausalen Wahrnehmung, sondern sie begreift den innernen Zusammenhalt der äußeren Dinge. Denn die Dinge halten auf bestimmte Weise in ihrem Inneren zusammen, sind zu einer inneren Kausalität gefügt, d.h. dass sich Dinge und die Umorganisation von Dingen respektive Ereignisse, notwendig durch die Konstellation ihrer inneren Struktur ergeben. Äußere, sogenannte zufällige, Gleichzeitigkeit ist aber innere und notwenige Kausalität; namentlich Synchronizität!

Verständlich kann das Wesen der großen Welt dem Verstande nicht gemacht werden, da dieser nur zur Verständigung und Orientierung inmitten der kleinen Welt ist und sich linear von Ursache zu Wirkung zieht, d.h. alles andere ausschließend, nur bedingte, weil äußere Kausalität versteht. Die Einheit der großen Welt ist aber innere Kausalität.

Der kleine Verstand, die große Vernunft. So hat Heraklit gesagt, schon im Vertrauen auf die Untauglichkeit der kommenden positiven Naturwissenschaften, dass die Sonne nur einen Frußbreit ist. Weiter soll man sich darum nicht kümmern. Denn die Vermessung und Kategorisierung der kleinen Welt ist nicht fundamental notwendig und gar hinderlich, um sie zu verlassen in die große.

Nun wird es wird elementarer. Wir greifen die tieferen Gestade an, welche "Die immer Schmerzvolleren" genannt werden.

Als Wunsch vernahm ichs in jungen Jahren, bis ich - erlangt - die Leere anderen einflüstern hörte: "Ich gebe dir ein Subject, welches das Schönste sein wird für dich. Nichts Schönres auf der Welt, als die Augenblicke, die von Euch zu Euch gehen. Dass Euch damit Gelegenheit anfällt, zu etwas Einem zu werden, denn nur von dem euch fehlenden Teile, den ihr im Anderen sucht, werdet ihr Wandlung annehmen und erkennen können. Der andere, der euer Teil ist, und den ihr dessentwegen sucht, ist euch höchster Lehrer und heiligstes Gut, denn in ihm erkennt ihr euch selbst, und nur von euch selbst lasst ihr euch etwas sagen.

In einer selbst-denkenden Burg sind die gekerkert, die das Eine fehlen. Ihre Handgelenke an dünnen Stricken fest am Boden ihrer Urteile. Ihr trüber Geist schwebt darüber, in einer matten schwelenden Blase, vom Kopfe bis zum Fuße, und sie vergiften sich selbst, meisterhaft, langsam an ihrem eigenen zerrissenen Atem. Denn die Kolik des Menschen ist seine geistige Verflachung, seine Tumbheit, sein Talent zur jähen Zerstreuung.

Das schönste Object für einen ist das seelisch angetraute Subject, neben einem.

Doch untereinander ist man Hierarchie in der Welt. Und von oben herab wird man gerichtet. Jedes Subject ist Sowohl-als-auch, ganz so, von welcher Seite aus man es betrachtet, aus dem Unten des Schweren oder dem Oberen, das weniger Joch hält.

Die Richter der Mitte sind aber die Betroffenen der Oberen und die Betroffenen der Mitte sind aber die Richter der Unteren. So ist jedes ihr Sowohl-als-auch, als richten und gerichtet werden, nach oben und nach unten zu, von oben her und nach unten hin.

In der jeweiligen Mitte liegt jeweils das Recht des Subjects und gibt ihm seine Rechtheit über die Welt, mit welchem Recht er Recht spricht und Welt jeweils für sich sein läßt. Mit dem Recht das es dem Unteren zuspricht, wird es vom Oberen gerichtet werden und hat so nicht zu klagen, da es immer genau in seiner jeweiligen Mitte Platz findet. Das Recht des Platzes ist zugesprochen mit dem Rechtsein des Subjects, d.i. das jeweilige Recht, dem es willfährig anhängt und nach unten spricht.

Mit dem Zusprechen und Zugesprochenwerden hat das Subject seinen Platz in der Hierarchie, richtet und wird gerichtet, derart, dass es mit dem Rechtspruch seine These setzt, jedoch nicht willkürlich hinsetzt, da dem Subject gerade durch das sein eignes Hingesetztsein in eine jeweilige Existenz, sein jeweiliges Recht als bestimmter Platz in der Hierarchie zugesprochen und vergütet wird und so jede scheinbare Willkür natürliche Notwendigkeit ist. Aus dem Weltsein erhellt die Antithese für das Subject als Gegenkraft, die sich fremd für das Subjectverständnis, aber doch vertraut, da notwendig aus dem Weltsein, dessen Setzung entgegenwirft.

Die Antithese des Weltseins ist aber nichts anderes als das jeweils Obere für eine Mitte, und so ist aus dem Eingängnis von These und Antithese die Synthese der Gerichtetheit entstanden. Das Subject erfährt seine eigene Rechtheit durch seine Gerichtetheit, die vom Weltsein kommend ihn angeht. Ob ein Subject seine Gerichtetheit für rechtschaffen oder aber nicht, anhält, wird das Weltsein nicht davon abhalten, ihn mit seiner Gerichtetheit auszuzeichnen, die er als Gerechtigkeit erfährt oder aber nicht. Das Weltsein ist mit dem Subject. Und das Subject weiss oder nicht.

Die Richter des Weltseins sind aber die Oberen. Denn die Oberen unterstehen dem Subject sowenig, dass es sie als die Oberen nur mittelbar erkennt und Weltsein sich für es hinter dem Mittel birgt. Die unmittelbare Obrigkeit ist unkenntlich, vermittelt sich aber durch die Mittelbarkeit des Zeugs, auch des lebendigen, dem Subject, als sein einziges Mittel das Unmittelbare zu erfahren.

Das Subject hat also seine Obrigkeit als sein Nächstes und erkennt sie wohl an, als unumgängliche Mittelbarkeit, die, sich ihm mitteilend, eben gelebt werden muß, weil, sich notwendig aufgedrängend, keine andere da ist. Dieses muß es, wenn es die Hierarchie nicht gegen sich aufrufen will und erkennt so erkennt es diese unumgängliche Mittelbarkeit aber immer nicht so an, dass sie, durch von ihm gesetzter Notwendigkeit, nun für ihn als die Beantwortung seiner Thesen aufsteht und ihm Mitteilung ist, deren Grund aber immer bei ihm liegt.

Überdenken sie ihr Denken, das meist nichts andres tut, als ein gewöhnlicher Stempel. Überwinden sie diese alte künstliche und wenig kunstvolle Gewohnheit und ersetzen sie es, durch das Natürliche. Sie werden erkennen, wie alles um sie leuchtet.
Versuchen sie sich aus der kleinen Welt herauszuheben, durch ihren dauernden Willen, und die große Welt zu erkennen, durch das wirksame Mittel des: in sich selbst."

Haben Sie Dank."

sprachs und derart brachte der Professor für synchronizistische Theologie, seine Antrittsrede so dahin und bot sich, aufzeigend, was er alles an System zu bieten habe, den Angetretenen als Möglichkeit.
Er hatte geendet und die Betroffenen klopften, jeder für sich, mit den Fingerknöcheln der Handrückenseite auf die Bänke und die Hand tat so als sei sie Haken. Die Angehenden lachten, manche neigten sich im Lächeln einander zu und begannen sich zu unterhalten, mutmaßend am Gehörten ihr Maß nehmend.

Bei anderen hörte man Aufatmen, recht lautes Raunen rauschte auf und zeigte übertreibend sein Gewöhnliches, so dass bei jedem reihum ankommt, dass die Ruhe vorbei ist und gelärmt werden kann; zurück ins Verständliche, denn lachend hat man schon alles vergessen, was unverständlich gesagt wurde und Spannung hat sich gelöst.

Kaum ist es erträglich jemanden zu hören, der langsam spricht und die Worte zieht, dass sie lange im Raume stehen und sich aber gut in die Köpfe der Anwärter senken, bei den Verständigen mehr, denn ihr Licht ist heller und sie lachen nicht. Und so sprach dieser vor den Anwärtern und hat jene glücklich gesprochen, bei denen sich die Worte irgendeinmal bestimmt fruchtend im Geiste niederlassen und dort zur reifen Frucht wachsen und Welt erkannt werden wird.

Bei noch jungen dunklen Lichtern ergeht man sich: "Er hat sie nicht nur langgezogen", wie einer meinte, sondern hat auch noch so furchtbar unsortiert geredet.", und ein anderer lachend dazu: "Man hat ja kaum ein Wort verstanden!

Enttäuscht verließ ich den Raum. Darüber soll gehandelt werden, mehrere Jahre? Nichts davon war mir unbekannt. Aber in die Tiefe springen und Gespenster gebären. Blumen auf Brokat streuen. Die Theologie ist hier nichts als Wort.


© Rai Jon Lu
   

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