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 Rauch 
 
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Auf dem Gang, abseits, vernahm ich Lärm, der durch eine Tür drang. Drinnen schienen sich Wahnsinnige zu gebährden, so rumpelte und polterte es darin. Neugierig ging ich vor diese Tür – daran war ein Papier festgeklebt auf dem stand "Hare Supermarket...Hare Hare..“ und ich öffnete sie.
Stickige Luft schlug mir entgegen, die vergraute alles darin. Dann erst roch ich einen schweren süßlichen Duft, und was ich sah, machte mich staunen. Menschen standen auf Stühlen und proklamierten, andere krochen und lagen auf dem Boden. Manche bewegten sich langsam und wie eingefroren durch den Raum, andere lachten und kicherten hysterisch.

Ihre Stimmen wirr durcheinander:

"Das mezzofranische Inferso und ich schreibe wie im Flug ein Gelenk in mir genug."

"Der Regisseur ist hier, doch keiner will spielen!"

"Ich spüre wie das Essen meinen Magen mit Verkautem bombardiert."

"Ich fühle wie etwas programmiert ist in mir und ahne den Grund in meiner Seele. Jeder Schmerz keucht ruhig auf.“

"Ich habe eben einen Schalter in mir gelegt. Jetzt wird alles anders."

"Judith kommt in die Kategorie der Hündchen (Kategorie unter Niedling)“

"...und bekommt intraferrenzsche Schläge auf den Kopf..."

"Du bist deine Welt sind Gedanken. Die Welt ist Nicht-Gedanke."

"Ideen werden an dicken Leinen von einem Kopfende zum anderen gezogen."

"Der Hausherr will zum Hausherrn den Besiegten."

"Will der Gläubiger, dass der Schuldner ihm glaubt ?"

"Die Krone hat man da.."

"...sie ist so blass wie ein Möwenschild.."

"Auch frisch gebohnerte Melancholie ist Teil der Welt. Ob man sie favorisiert ist
Wirkung des inneren Anliegens. Aber man soll dürfen."

"Synchronizität? Das ist wenn die Dinge in ihrem Inneren zusammenhalten und der Zufall von aussen dieses Gesetz verbirgt."

"...und plötzlich weiss ich mit welchen Instrumenten die Welt gespielt wird."

"Mein Gott, es kleben noch so viele Krümelchen an meinem Glasrand."
Dieser hielt zitternd ein Glas in der Hand, in dem ein wenig Milch war und noch etwas gelbliches Festes, dass sich aber zum Teil darin gelöst hatte. Es sah aus wie ein Stück Butter. Ein anderer rief zu ihm herüber: "Dann leck sie doch auf! So schnell gibt es nichts mehr."

Dort drüben keuchte jemand: "Es fängt an mich zu atmen..es fängt an mich zu ahnen... meine Kehle vibriert und mein Solar Plexus pulsiert. Es wird frisch und es ist gut. Ich fühle meinen Körper und wie ich darin bin. Ich bin nicht dieser Körper !"

Ein Radio begann zu lärmen. Sie spielten gerade einen Gassenhauer:
"You look like you´d do it with your sister, your sister, your sweet sister girl...."

An einem Tische saßen welche, von denen einer erzählte:

"Es waren einmal 3 Schlösser. In jedem von Ihnen lebte ein Magier und jeder von ihnen glaubte, er betreibe die wahre Magie.

Vor dem ersten Schlosse war eine Inschrift angebracht. Darauf stand:
"Suche Dir einen Freund. Und wenn Du einen gefunden hast, tu ihm Böses. Wenn Du so weit bist, dann komm hier her. Ich werde Dich unterweisen."

Vor dem zweiten Schlosse war eine Inschrift angebracht. Auf der stand:
"Mit einem Spalt wird Welt erschaffen, dem des Fleisches und dem der hungrigen sich zerbeissenden Tiere. Erkenne dich und ich werde dich unterweisen."

Vor dem dritten Schlosse war aber ebenso eine Inschrift angebracht, auf welcher zu lesen war:
"Töten ist mein Geschäft. Und Geschäfte sind gut. Ich nehme dir alles was du glaubst zu sein. Komm zu mir und du kommst zu Dir."

Derjenige der so gesprochen hatte, war nun stille, stand auf und sah auf einen neben sich. Dabei griff er in seinen Mantel und zog ein Messer hervor. Der Angesehene hob seinen Kopf und sagte:

"Freund, was für ein scharfes Messer hat er in der Hand?! Ob´s ist für mich ?
Oder singt er damit den Tauben, den Spatzen, den Dächerfratzen? Die läuchten als fliegendes Aas am Himmel. "

Aber eh noch gesagt, hatt er´s rot im Bauch.

"Ach, die Leute sollen nicht alles glauben", meinte ein anderer aus der Runde. "Einer der´s gedacht hat, sollt es wissen."

"Hört auf ! Was ist es? Was spielen sie ?"

"Sie spielen das Abstechen des Schweins."

"Ach lasst ! Davon wird mir auch nicht besser."

"Aber diesmal ist es der Staat !"

"Es ist der Staat ? Wird ihm endlich übel ? Wo er doch immer am Setzen und Spalten ist? Ein Zug um den anderen. Am Einbläuen von Euch und von Denen, von Wert und Unwert.

Über den Staat sage ich: Eine Fliege ist leichter zu erschlagen als ein Moloch, aber es hat auch etwas mit Bequemlichkeit zu tun.´

"Doch er gibt uns den Ethos, der sonst nirgends ist."

"Der Ethos ist ein Mythos. Der Staat ist der große Mythenmacher, der den Mythos nie begriffen hat. Hoffentlich wird er ihn bald besser begreifen, ihr Reinen und Unreinen. Ihr Braten eurer Herren. Mir ist schlecht davon. "

"Der Staat setzt nicht nur, er bewacht ausserdem. Der Staat ist der grosse Wachturm, der über sein Gesetztes wacht, auf dass niemand etwas anderes setze. Der Grosse will nicht in Frage gestellt werden. Da er es nicht will, unterlässt er das Fragen. Und betäubt mit schnellen Antworten. Und wehe dem, der sie nicht glaubt."

"Ja, sein Fundamental ist:
+ Wer bin ich? Dass ich keine Selbstheit habe und meinen Willen in euch setze.
Wer bin ich ? +
Aber vor seiner Mündung steht geschrieben: "Ich bin Das ! Kehrt um !"

"Hahaha...der Staat ist "Ich bin Das". Und nichts ausser dem....der Eine, der Unvergängliche, der Fleckenlose und Alldurchdringer.....Haha..."
"Mir ist schlecht davon !"

Und mir wurde ebenfalls ein wenig unwohl. Der Rauch hatte sich bereits in meine Lungen gesetzt und ich begann ihn in meinem Blute zu fühlen. Mir durch den Körper pulsen. Unvermittelt streckte ich meine Wirbelsäule gerade. Es knackte leise. Ich begann meinen Körper besser zu spüren. Ich fühlte mich als Röhre, durch die mein Atem frei und leicht ging. Die Dinge erschienen mir heller. Meine Augen brannten ein wenig.
Mein Kopf war Herz und rein.

© Rai Jon Lu
   

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