Die Mutter nimmt sich ihr kleines Kind auf den Schoß, sieht es scharf an und sagt:
"Fass die Herdplatte nicht an, denn sie ist heiss !"
Und das Kind blickt zur Mutter, mit kullrigen leeren Augen und hat den Laut "heiss" im Ohr.
Ohne zu wissen was "heiss" ist, und dass "heiss" sehr weh tun kann.
Das ist so, als sagte ich dem Leser, er solle sich eine neue Farbe vorstellen, und zwar "Hegstalsk"...
Sieht er wie schön Hegstalsk ist ?
Wie irisierend und reich, Vertrauen multiplizierend und Wärme sublimierend,
also
schöner als alle anderen.
Die bisher schönste..
Kannst er sie sehen ? ^^
So wär das.
Und also...weiss das Kind nicht, was "heiss" überhaupt ist und mit sich meint.
Es weiss nicht, welche Konsequent des Schmerzes auf den Körper "heiss" haben und wie sehr es ihm wehe machen kann.
Aber jetzt - möchte die Mutter einkaufen gehen.
Und stellt noch schnell etwas zu Essen auf den Herd, damit es sich aufwärmt, hebt das Kind danach hoch und setzt es auf den Tischrand neben die Herdplatten, von denen eine warm zu werden beginnt.
Die Mutter geht, lässt die Tür von aussen zufallen und ist weg.
Das Kind - so etwa 2 Jahre alt - ist jetzt allein.
Es sitzt neben der Herdplatte, verdreht lustig die Augen und gluckst, obwohl es sich schon langsam Sorgen zu machen beginnt wo die Mutter denn bleibt.
- Das nun ist die Ausgangssituation des Falles der Menscheit aus dem Paradies, laut der Genesis. -
Das Kind sitzt da, robbt ein bisschen auf dem Tisch herum, zieht sich an den Strümpfen und hat sich grade verschluckt als es die Faust eben nicht mehr aus dem Mund bekommen hat.
Es jappst, quiekt kurz und schluchzt etwas, schüttelt alle Extremitäten und guckt dann wild umher mit den Augen nach Mama suchend, und immer unruhiger werdend.
Die Herdplatte glüht mitterweile schon dunkelrot und strahlt eine interessante Wärme aus.
Die Herdplatte wird röter und röter und wärmer und wärmer wird es dem Baby ganz in der Nähe.
Da nun - streckt das Kleine die Hand nach dieser unbekannten Wärme aus, weil die Brust der Mutter auch immer so schön warm ist.
Die Haut berührt die rotglühende Oberfläche neben dem kleinen blubbernden Topf.
Das Kind aber - zuckt schlagartig zurück und beginnt wie am Spieß zu schreien.
Es hat sich - unfassbar schmerzvoll und nie gekannt - die Hand verbrannt !
Weil es auch gleich mit der vollen Handfläche draufgepatscht hat, mit vollstem Urvertrauen in die Welt.
Das muss ernsthaft weh tun.
Der Leser halte sich nur mal ein entflammtes Feuerzeug kurz unter die Hand und stelle sich dies verfielfacht und nie gekannt vor.
Das Kind schreit also so unvorstellbar wie nur kleine Kinder schreien können, die sich doll weh getan haben (und das noch zum ersten Mal im Leben !) UND sich plötzlich an der Welt verletzten, verraten wurden, aus einem Teil des Ganzen herausfallen sind, mit jedem kleinen Schreck und Trauma ein Stück mehr.
Das ist so, wie man sehr plötzlich das ganze Vertrauen in etwas sehr Liebes verliert.
Das Kind zuckt und brüllt und schüttelt den Kopf, wobei es aus der Nase rotzt und nicht weiss wie ihm geschieht und
dann - als es sich so vehement bewegt, fällt es von der Tischkante
auf den steinharten Boden, der mit weißen Fließen belegt ist und gerade am Vormittag frisch geputzt wurde.
Kurze Stille. Etwas Blut benetzt eine Fliese und tropft vom Kopf des Kleinen.
Das Kind fiepst kurz, ist gelähmt vor Schock, um dann nur umso heftiger zu brüllen aus seinem ganzen kleinen Leib.
Es ist schwer traumatisiert und entscheidet sich - in sich - (vergebens) zu sterben und aus dem Körper zu gehen, weil dieser doch schon sehr schmerzt und keine Mutter in der Nähe ist, die den Schmerz wegmacht und es beschützend in ihrer Gegenwart geborgen und leidfrei hält.
-
Nach einiger Zeit kommt die Mutter zurück,
hört die verzweifelten Schreie von weitem, beschleunigt ihre Schritte, rennt auf die Tür zu, und schließt panisch zitternd das Schloss auf.
Vor ihr bietet sich ein gräßliches Bild.
Das kleine Kind liegt auf dem Boden, zappelnd, zitternd, fuchtelnd, erschöpft schreiend und gelegentlich hustend.
Sein Haar ist auf einer Seite mit Blut verklebt und auf dem Boden sieht man einen dunklen Blutfleck.
Die Mutter rennt zu dem Kleinen hin, reißt es in die Luft und schüttelt es:
Wie es sich hätte einfallen lassen können, die Herdplatte zu berühren !! Verdammt !! Ob es von allen Sinnen ist. Sie hatte es doch gewarnt !!!
Die Mutter schreit weiter lautstark auf das Kleine ein, tadelt und schilt es, dabei steigert sie sich in einen Zorn und sagt ihm, dass es ein schweres Vergehen begangen hat.
Und dass sie es aus der "Paradies-Wohnung" im Upper Establishment-Viertel (New York) hinauswerfen will.
Sie nimmt also das Kleine an den Armen, schleift es durch die Wohnung, öffnet die Tür und wirft es auf den Boden vor das Haus, mit den Worten:
"Komm DU mir noch einmal an. Weil DU schwach geworden bist und auf die Herdplatte zu langen ich dir verboten hatte, werf ich dich aus der Wohnung !
Du sollst verdammt sein und im Schweiße deines Angesichts selbst groß werden und Dir alles alleine beibringen. Sieh selbst zu wie du Geld verdienen und überleben wirst !"
Die Mutter schlägt die Tür zu und stellt den großen Familienhund als Wachhund vor die Tür.
Der Wachhund trägt ein flammend blinkendes Metall-Halsband mit der Aufschrift: "NO trespassing !"
- fin -
conclusio:
Dieses war analogisch betrachtet der Beginn der gefallenen, nunmehr Erbsünde-behafteten (weil unfolgsamen unerfahrenen !!) Menschheit.
Wir denken nach über die Analogie dieser Mutter und vergleichen mit diesem grausamen Gott im AT.
und finden den Weg zu:
www.zenarchy.net/writings/txt_marcion.html