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Diogenes: |
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Wer ich bin? Diogenes! Geh mir aus der
Sonne! |
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Alexander: |
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So schroff bist du? Die Leute sagen, du
seist weise. |
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D: |
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Soll ich dich bitten, nur weil du ein großer
König bist? |
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A: |
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So? Hast du nicht Angst, dass ich vom Pferd
steige und dir mein Schwert in den Hals steche? |
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D: |
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Wort und Tat richtest du an mein Gefährt.
Was aber ficht mich an? |
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A: |
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Wie eigen du bist. |
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D: |
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Doch heben Legionen ihr Schwert gegen dich,
hebst du es gegen mich. |
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A: |
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Was meinst du? Wer steht da? |
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D: |
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Die Welt als Legion.
Kein Platz, wo sie euch nicht findet. |
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A: |
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Ich verstehe dich nicht. |
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D: |
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Die Welt ist Spiegel. Was du ihr zeigst,
Herr, das zeigt sie dir. Und ich bin Welt, die mich mit sich
trägt. Um mich kümmert sie sich nicht als Legion. Und
ihr seid Welt, die euch nicht trägt. Ihr seid zu schwer.
Legionen ziehen gegen euch. |
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A: |
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Zu schwer?! Verrückter! Du redest
irr! Genügt es, wenn ich dir meine Rüstung aufs Haupt
werfe. Dann bin ich ja leichter und mehr Welt als du! |
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D: |
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Herr, du bist noch zu schwer an Gedanken.
Deine Gedanken verletzen die Welt so, dass sie euch nicht tragen
kann. |
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A: |
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Höre! Die ganze Zeit schon hast du,
mit deiner Selbstherrlichkeit, dein Schwert gegen mich erhoben
und mehr noch: mit deiner Geringschätzung mir gegenüber,
der ich ja auch Welt bin, wie du sagst, hast du meinen Stolz
verletzt! Schwätzer! Und damit hast DU die Welt verletzt!
Und nun? Heben sich Legionen gegen dich! |
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D: |
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Als ich dich aufgefordert habe, habe ich
mir dabei nichts gedacht. Und so hat die Welt nichts gehört.
Dein verletzter Stolz aber hallt bis in die weitesten Täler
und erschreckt Legionen. |
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A: |
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Aber du wolltest doch etwas von mir! Kannst
du Einziger denn etwas wollen, ohne vorher denkend darüber
bestimmt zu haben? Kannst du Großer denn wollen, ohne dir
vorher denkend Satzung zu machen, darüber, was überhaupt
du willst? |
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D: |
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Als ich gesagt habe, dass du mir aus der
Sonne gehen sollst, hat es mich nicht gestört, dass du mir
in der Sonne stehst. Du hast nichts in mir aufgewühlt.
Da ist Niemand.
Und da ist Nichts.
Nichts hat dich zum Anlass genommen. Niemand hat dich gefragt. Nichts hat
darüber geurteilt was du tust.
Hätte dieser Ich dies getan, wäre er der Welt zu schwer geworden
und sie hätte ihn nicht mehr tragen können und schon deine Worte
wären ihm, wie ein Schwert, durch den Leib gefahren.
Niemand hat ausgeprochen was Nichts dir mitteilen wollte. |
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